Montag, 5. januar 2009
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11:02
Es war seltsam, alleine im dunkeln zu sitzen.
Niemals hatte er erwartet, dass es so weh tun würde. Und doch.
Den ganzen Tag und die ganze Nacht hatte der Fernseher sein schimmerndes, fahles Licht an die Wand geworfen.
Die ganze Zeit hatte er darauf gestarrt und es doch nicht gesehen.
Er hatte die Lautstärke voll aufgedreht und hörte doch nichts.
Er stand alleine da.
Vor einer zerbrochenen Existenz.
Seine Katze lag bei ihm, doch die Wärme, die er sonst von dem zufiredenen Tier spürte, drang nicht zu ihm durch.
Alles hatte ihn verlassen.
Er hatte versucht, seine Trauer mit Drogen zu verdrängen, mit Alkohol und Sex.
Nichts hatte etwas bewirkt. Jedesmal war es nur noch schlimmer geworden, als die Erinnerung zurück gekommen war.
Ein kurzer Griff zu dem schnurlosen Telephon.
Die Nummer die er wählte kannte er auswenig.
Seit 27 Tagen hatte er sich beherrscht, sie zu wählen und jetzt musste er es tun.
Eine heisere Frauenstimme meldete sich nach dem dritten Klingeln.
"Hallo?" Er hatte immer seine eigene Nummer unterdrückt, sie konnte also nicht wissen, dass er es war.
Noch war es nicht zu spät um aufzulegen.
Er sagte nichts.
"Hallo?"
"Ich bin es. Leg bitte nicht auf."
Es hatte Überwindung gekostet, es zu sagen. Doch sein Stolz war weniger wehrt, als der Schmerz in seinem Inneren.
Schweigen am anderen Ende der Leitung. Doch kein Zeichen, dass sie aufgelegt hatte.
Erleichterung. Doch die hielt nur eine einzige süße Sekunde.
"Warum rufst du an?"
Die Stimme klang nicht abweisend. Aber dennoch lag ein erkennbares Zittern in ihr.
"Würdest du vorbeikommen?" Eine absurde Frage. Doch was hätte er tun sollen? Es war eben das einzige was ihm blieb.
"Wieso sollte ich das tun?" Dieses Mal klang ihre Antowrt schon abweisender.
"Deine Katze. Ich werde einige Tage fort sein. Sie gehört dir und ich möchte, dass du dich um sie kümmerst." erklärte er.
Die Antowort war wieder Schweigen. Villeicht passte es ihr nicht.
Vielleicht überlegte sie auch, wie sie zu ihm kommen sollte.
"Wann willst du weg?"
"Morgen früh. Es wäre lieb, wenn du sie heute Abend schon holst."
Er spürte beinahe wie sie nickte.
"Ich bin ich einer Stunde da."
Ob sie sich freute ihn zu sehen? Niemals. Er hatte sie so sehr verletzt als er sie hatten fallen lassen.
Er drückte auf den roten Hörer auf dem Telephon, nachdem er ihr gesagt hatte, dass er sich freue.
Dann legte er das Telephon zur Seite.
Er griff nach dem Brief, den er geschrieben hatte, steckte ihn in den Umschlag und schreib ihren Namen darauf.
Dann legte er ihn auf den Tisch und öffnete das Fenster, seiner Dachgeschosswohnung.
Ein letzter Blick. Auf die vereiste Straße. Noch so weit entfernt.
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